Festgeld Ratgeber

Beim Festgeld Vergleich auch auf die Nebenbedingungen achten

Im Vergleich der Festgelder bei Tagesgeld24 finden Sie neben den Zinssätzen, die natürlich eine wichtige Rolle für eine Anlageentscheidung spielen, weitere interessante und beachtenswerte Faktoren. Im Falle einer Festgeldanlage, sind es vor allem die festen Laufzeiten die ein Konto mehr oder weniger attraktiv machen.

Zu allererst der Zinssatz

Der Zinssatz eines Festgeldkontos ist über die angestrebte Laufzeit des Vertrages garantiert. Umso länger die Laufzeit, umso höher sind in der Regel die Zinssätze. Da ein Festgeldkonto unflexibel ist und Sie erst nach Ablauf des Vertrages wieder über Ihr Kapital verfügen können, gilt es folgendes heraus zu finden: Möchten Sie mit besseren Zinsen länger sparen, müssen aber entsprechend lange auf Ihr Kapital warten, oder nehmen Sie einen niedrigeren Zinssatz in Kauf, wenn Sie dafür eine kürzere Laufzeit haben und entsprechend früher auf Ihr gespartes Geld samt Zinsen verfügen können? Nicht zuletzt ist auch der Turnus der Zinsgutschriften ein Kriterium für die Wahl eines Festgeldkontos, da dieser von monatlich, über jährlich, bis hin zur einmaligen Gutschrift zum Ende der Laufzeit varrieren kann.

Mindestanlage – Maximalanlage

Banken stellen in der Regel eine Mindestanforderung an die Höhe einer Festgeldanlage. Auch hier gibt es große Unterschiede. Diese können von der Untergrenze von Euro 500,- bis durchschnittlich Euro 2.500.- und noch wesentlich mehr gehen. Das gleiche gilt auch für den umgekehrten Fall der Maximalanlage.

Kosten

Der größte Teil der Direktbanken bietet das Festgeld kostenlos an. Es kann ganz vereinzelt zu Porto- oder sonstigen Kosten kommen, wenn Sie das Konto z.B. nicht komplett „online” verwalten. Oder wenn Sie zusätzliche Dienstleistungen benötigen, wie erneute Erstellung von Kontoauszügen usw. Als Grundsatz gilt aber, es gibt genügend gute Anbieter, bei denen Sie ein Festgeldkonto kostenlos erhalten.

Ggf. lohnt auch noch ein Blick auf die telefonische Erreichbarkeit der Bank. Hier könnte es sein, dass ein paar Telefonkosten für Ortsgespräche oder Service-Nummern entstehen. Diese sind in aller Regel nicht sonderlich hoch. Am besten ist es natürlich, wenn Ihnen die Bank eine kostenlose 0800er Nummer anbietet. Machen Sie am besten den direkten Festgeldvergleich der führenden Banken bei Tagesgeld24.de.

Festgeld überzeugt mit Nettorendite

Sparer mit langjähriger Erfahrung blicken bisweilen mit Sehnsucht auf ihre alten Kontoauszüge. Noch vor wenigen Jahren wurden Festgeldkonten mit mehr als 5 Prozent verzinst und selbst auf dem Girokonto gab es einen nennenswerten Guthabenzins. Im Vergleich zum aktuellen Zinsniveau könnte der Anleger wehmütig werden. Aber war früher alles besser? Die Antwort ist eindeutig: Nein! Denn viel wichtiger als der in der Werbung angepriesene Zinssatz ist der sogenannte Realzins. Schließlich ist dieser um die Inflationsrate bereinigt und gibt deshalb wieder, was unterm Strich für den Sparer wirklich rauskommt.

Denn statt sich nur vom Zinssatz blenden zu lassen, müssen Anleger immer verschiedene Faktoren im Auge behalten, um den Realzins bzw. den Unterschied zwischen der Bruttorendite und der Nettorendite auszurechnen. So gibt die Bruttorendite den jährlichen Gesamtertrag ohne Berücksichtigung von Steuern, Inflation oder anderen Einflussgrößen wieder. Sie ist also gleichbedeutend mit dem von der Bank ausgewiesenen Zinssatz. In der Nettorendite hingegen sind alle Kosten, Steuern und die Teuerungsrate bereits abgezogen. Und den größten Einfluss auf das Ergebnis nimmt die Inflationsrate ein. Sie entscheidet maßgeblich über den realen Wertzuwachs.

Inflationsrate in den vergangenen Jahren stark gesunken

Ein Blick zurück relativiert die vergleichsweise hohen Zinssätze von früher. So lag die Teuerungsrate im Krisenjahr 2008 bei 2,6 Prozent, ein Jahr zuvor waren es immer noch 2,3 Prozent. Besonders schlimm sah es Anfang der 90er Jahre aus, als sogar über 5 Prozent gemessen wurden. Gewinne aus dem Festgeldkonto wurden so schnell wieder aufgezehrt. Und die aktuelle Inflationsrate? Nach Angaben des Statistischen Bundesamts lag die Inflationsrate im Juli 2015 bei 0,2 Prozent. Anfang des Jahres fiel sie sogar zwischenzeitlich ins Minus auf -0,3 Prozent. Experten zufolge wird uns dieses aktuell niedrige Niveau noch längere Zeit begleiten.

Dies ist genau das richtige Umfeld für Sparer, um eine solide Nettorendite einzufahren – also eine Sparanlage, mit der die Inflationsrate nicht nur ausgeglichen sondern geschlagen wird. Vor allem Festgeld bietet sich an. Denn wer sich hier für einen guten Anbieter entscheidet, erzielt einen Zins weit über der Inflationsrate. Nicht zuletzt deshalb gehört das Festgeld heute zu den beliebtesten Anlageprodukten und hängte laut einer Umfrage des Bankenverbandes börsennotierte Anlagen wie Fondsanteile oder Aktien ab.

Sicherheit und Zinshöhe entscheiden über eine gute Anlage

Festgeldangebote mit einer guten Nettorendite gibt es viele. Sparer sollten aber nicht dem Fehler vieler Börsenspekulanten erliegen und die Sicherheit außer Acht lassen. Frei nach der Devise „Gier frisst Hirn“ einfach den besten Zinssatz auswählen, ist keine gute Option. Sparer sollten vor allem auf einen soliden Sicherungsfonds achten, der in einem kreditwürdigen Land angesiedelt ist. Vor allem Banken, die im Niedrigzinsumfeld mit weit überdurchschnittlich guten Konditionen blenden, sind häufig in Ländern angesiedelt, die nicht zu den finanziell solidesten gehören. Im Falle eines Zahlungsausfalls der Bank kann es zu Problemen kommen, wenn der Einlagensicherungsfonds einspringen soll.

Ein zweiter Aspekt, den Sparer unbedingt berücksichtigen müssen, ist der, ob das Konto auch in Euro geführt wird. Einige Anbieter eröffnen zwar das Konto in Euro, tauschen dann aber automatisch in die jeweilige Landeswährung um. Das Festgeldkonto wird später in der jeweiligen Währung geführt und verzinst. Nach Ablauf des Festgeldvertrags wird wieder zurückgetauscht. Wenn sich der Wechselkurs für den Sparer positiv entwickelt, hat er hier noch ein Extra-Geschäft gemacht. Darauf sollte aber niemand spekulieren, weil sich der Wechselkurs auch in die entgegengesetzte Richtung entwickeln kann. Grundsätzlich gilt, dass der Anleger das Währungsrisiko trägt.

Zinsgutschrift

Der Zeitpunkt, wann dem Kontoinhaber die Zinsen auf seine Festgeld Anlage gutgeschrieben werden, ist von Bankinstitut zu Bankinstitut unterschiedlich. Dabei spielt der Zeitpunkt der Zinsgutschrift eine wichtige Rolle und ist relevant für die Entscheidung einer Kontoeröffnung. Sobald eine Zinsgutschrift auf einem Festgeld Konto eingegangen ist, kann sie in der Folge mit verzinst werden, so dass der Zinseszinseffekt eintritt.

Bei einigen Festgeld Konten werden die Zinsen jährlich verrechnet, bei anderen Festgeld Anbietern erfolgt die Zinsgutschrift dagegen bereits halbjährlich, vierteljährlich oder monatlich. Je häufiger eine Gutschrift der Zinsen – bei identischem Zinssatz – erfolgt, desto attraktiver ist das Festgeld Angebot.

Erfolgt eine Zinsgutschrift und werden die erwirtschafteten Zinsen erst einmal auf dem Festgeld Konto belassen, also nicht auf ein anderes Konto (Referenzkonto) transferiert, erhöht sich damit die Anlagesumme insgesamt und der Kunde profitiert von der Wirkung des Zinseszinseffekts. Nach einer Gutschrift der Zinsen verzeichnet ein Tagesgeld oder Festgeld Konto ein höheres gesamt Guthaben. Dieses um die Zinsgutschrift erhöhte Guthaben wird am nächsten Tag wieder verzinst und dadurch bei der Zinsberechnung mit einbezogen. Somit liegt der darauf folgende Zinsbetrag der Ihrem Tagesgeld oder Festgeld Konto gutgeschrieben wird, höher als der vorangegangene gutgeschrieben Zins.

Tagesgeld24 empfiehlt daher, bei der Auswahl einer Festgeld Anlage auf die Perioden der Zinsgutschrift zu achten. Kürzere zeitliche Abstände der Zinsgutschriften, bei gleichzeitiger Wiederanlage der Zinsen auf dem Festgeld Konto, bieten die Möglichkeit vom Zinseszinseffekt optimal zu profitieren.

Einlagensicherung

Mit Wirkung zum 03. Juli 2015 ist die europäische Richtlinie zur Einlagensicherung 2014/49/EU mit dem Ziel der Harmonisierung der europäischen Einlagensicherungssysteme, umgesetzt worden und das Einlagensicherungsgesetz (EinSiG) sowie das Anlegerentschädigungsgesetz (AnlEntG) in Kraft getreten. Damit hat der deutsche Gesetzgeber die europäische Einlagensicherungsrichtlinie in nationales Recht umgesetzt. Aus dem bisherigen Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz (EAEG) wurden alle Bezüge zur Einlagensicherung heraus genommen. Es wurde zum 03. Juli 2015 umbenannt und als Anlegerentschädigungsgesetz (AnlEntG) fortgeführt. Die gesetzlichen Regelungen zur Einlagensicherung wurden im neuen Einlagensicherungsgesetz (EinSiG) umgesetzt. Damit sind die Ziele der europäischen Einlagensicherungsrichtlinie nun vollständig im deutschen Recht verankert, nämlich die maximale Harmonisierung der europäischen Einlagensicherungssysteme, die Stärkung des Vertrauens der Anleger in deren Leistungsfähigkeit und ein beschleunigtes und vereinfachtes Entschädigungsverfahren.

Mit dem Inkrafttreten des Einlagensicherungsgesetzes (EinSiG) wird der Entschädigungsanspruch je Anleger gemäß § 8 Abs. 1 EinSiG auf eine Deckungssumme von 100.000 Euro begrenzt. Unter den Einlagenbegriff im Sinne des EinSiG fallen grundsätzlich alle Bank Guthaben einschließlich Tagesgeld, Festgeld und Spareinlagen (§ 2 Abs. 3 EinSiG).

Die Anleger und Sparer aller Bankinstitute, einschließlich der Kunden von Sparkassen und Genossenschaftsbanken, haben von nun an einen gesetzlichen Anspruch auf eine Entschädigung von bis zu 100.000 Euro, wenn ihr Bankinstitut nicht mehr in der Lage sein sollte, die eingebrachten Einlagen auszuzahlen. Bisher waren sowohl die Sparkassen als auch die Genossenschaftsbanken ausschließlich einem freiwilligen Einlagensicherungssystem angeschlossen. Eine zusätzliche Erweiterung des Entschädigungsanspruchs erstreckt sich auf Geldanlagen, die in Währungen von Staaten erfolgen, die zwar zum europäischen Wirtschaftsraum gehören, jedoch nicht auf Euro lauten sowie auf Geldanlagen in Währungen die nicht zum EU Wirtschaftsraum gehören. Der von nun an geltende Entschädigungsanspruch schließt – anders als bisher – auch Konten ein, die auf eine andere Währung eines Staates des Europäischen Wirtschaftsraums lauten, wie z.B. norwegische Kronen. Darüber hinaus umfasst der Entschädigungsanspruch auch Geldanlagen die in einer Währung eines Staates getätigt werden, der außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums liegt, wie zum Beispiel US Dollar.

Erweiterter Entschädigungsanspruch der Anleger

In bestimmten Fällen greift ein besonderer Schutzmechanismus der Einlagensicherungssysteme, der einen Entschädigungsanspruch des Anlegers bis zu einer Höhe von 500.000 Euro begründen kann. Unter den erhöhten Schutzumfang der gesetzlich geregelten deutschen Einlagensicherung werden Kontoguthaben aus dem Verkauf einer privat genutzten Wohnimmobilie gestellt und Kontoguthaben, die mit einem im Gesetz aufgeführten Lebensereignis des Anlegers verknüpft sind. Dazu zählen beispielsweise Heirat, Scheidung, Renteneintritt, Ruhestand, Entlassung, Geburt eines Kindes, Krankheit, Pflegebedürftigkeit, Invalidität, Behinderung oder Tod.

Vereinfachtes und zügiges Entschädigungsverfahren

Auch das Entschädigungsverfahren an sich, wird durch die Umsetzung der EU-Richtlinie und das neue AnlEntG Anleger freundlicher. Der maximal zur Verfügung stehende Zeitraum, zwischen Insolvenzfeststellung des Bankinstituts und Entschädigung der Anleger, wurde zugunsten der Anleger verkürzt. Mit Wirkung zum 01. Juni 2016 müssen Anleger innerhalb von sieben Arbeitstagen nach Insolvenzfeststellung des Bankinstituts durch die Einlagensicherungssysteme entschädigt werden; die bisherige Regelung sah dafür einen Zeitraum von zwanzig Arbeitstage vor.

Eine wichtige Neuerung im Zuge der Umsetzung der Richtlinie ist weiter, dass betroffene Anleger die Entschädigung grundsätzlich nicht mehr selbst beantragen müssen um Ansprüche gegenüber den Einlagensicherungssystemen geltend zu machen. Die Entschädigung erfolgt demnach nicht mehr auf Antrag durch den Kunden, sondern wird durch das Einlagensicherungssystems ermittelt und gewährt. Sollte ein Anleger mehr als 100.000 Euro Anlagevermögen eingelegt haben und möchte er einen Anspruch in dieser Höhe gegenüber den Einlagensicherungssystemen geltend machen, muss er selbst tätig werden und den Anspruch darlegen. Denkbar ist ein über die 100.000 Euro hinausgehender Entschädigungsanspruch (bis zu 500.000 Euro), in den Fällen, in denen das Anlagevermögen an die oben genannten Lebensereignisse des Anlegers anknüpft.

Vor diesem Hintergrund müssen Banken zukünftig in der Lage sein die nachfolgenden Informationen in turnusmäßigen Intervallen aber zusätzlich auch ad hoc, also auf Verlangen der Aufsichtsorgane, zur Verfügung zu stellen. Im Einzelnen sind das:

  • der Rechtsanspruch auf eine Entschädigung pro Konto bzw. Kunde,
  • die Höhe der entschädigungsfähigen bzw. gedeckten Einlagen pro Kunde,
  • die Summe der entschädigungsfähigen bzw. gedeckten Einlagen auf Institutsebene.

Unabhängig davon, ob das Bankinstitut einer gesetzlichen Entschädigungseinrichtung oder einem als Einlagensicherungssystem anerkannten institutsbezogenen Sicherungssystem angehört, leitet sich der Entschädigungsanspruch eines Anlegers von der Höhe der gedeckten Einlagen ab. Jedes Kreditinstitut ist ab dem 03. Juli 2015 gesetzlich verpflichtet, die Höhe der gedeckten Einlagen regelmäßig zum Jahresende (§ 17 Abs. 4 EinSiG) sowie ggf. zu jedem beliebigen Stichtag innerhalb kürzester Frist zu ermitteln und dem zuständigen Einlagensicherungssystem bzw. der Aufsichtsbehörde zu melden. Das EinSiG sieht vor, dass künftig alle Einrichtungen, die Ansprüche auf die Auszahlung von Einlagen schützen, als Einlagensicherungssysteme gesetzlich bestimmt oder anerkannt werden.

Erweiterte Informationspflichten

Zudem gelten erhöhte Anforderungen an die bankseitige Information der Kunden über die Einlagensicherung. Das EinSiG unterscheidet grundsätzlich zwei Arten von Entschädigungseinrichtungen:

  • gesetzliche Einlagensicherungssysteme – § 22 Abs. 2 EinSiG.
  • institutsbezogene Sicherungssysteme, die sich als Einlagensicherungssystem anerkennen lassen – § 43 EinSiG.

Damit die Anleger ihren bestehenden Anspruch auf Entschädigung kennen und wissen, an wen sie sich in einem solchen Fall wenden können, müssen die Bankinstitute ihre Kunden künftig schriftlich, unter Verwendung eines gesetzlich vorgegebenen Musters, über ihre bestehenden Rechte aufklären – und zwar sowohl bei der Eröffnung eines Kontos als auch regelmäßig einmal jährlich für die gesamte Dauer des Anlagezeitraums.

Bestehende und nach dem EinSiG anerkannte Einlagensicherungssysteme

Mit Wirkung zum 03. Juli 2015 sind die neben den gesetzlichen Einlagensicherungssystemen bestehenden Einlagensicherungssystemen wie die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB), die Entschädigungseinrichtung öffentlicher Banken (EdÖ), die institutsbezogenen Sicherungssysteme des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) und des Bundesverbandes der Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) als Einlagensicherungssysteme anerkannt.

Auch Kunden von Bankinstituten aus anderen Ländern des europäischen Wirtschaftsraums, die Zweigstellen im Sinne des Kreditwesengesetzes (KWG) in Deutschland betreiben, profitieren von den Neuregelungen. Sie müssen sich nicht mehr an ein ausländisches Einlagensicherungssystem wenden, der Entschädigungsanspruch des Anlegers richtet sich gegen die inländischen Einlagensicherungssysteme, die Entschädigung wird von einem deutschen Einlagensicherungssystem ausgezahlt, der Entschädigungsfall wird im Auftrag und mit den Mitteln des beteiligten europäischen Einlagensicherungssystems abgewickelt. Diese Neuerung ist verbraucherfreundlich und stellt für die Kunden eine starke Vereinfachung im Entschädigungsfall dar, denn der Kunde muss sich im Fall der Inanspruchnahme der Einlagensicherung nichtmehr wie bisher mit einem ausländischen Einlagensicherungssystem im europäischen Ausland auseinandersetzen. Die Geltendmachung der bestehenden Ansprüche erfolgt von nun an über ein Einlagensicherungssystem in Deutschland.

Über die gesetzlich vorgeschriebenen Einlagensicherungssysteme hinaus bestehen in Deutschland folgende Einlagensicherungssysteme, die nach dem seit 03. Juli 2015 in Kraft gesetzten EinSiG, anerkannt worden sind.

Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken e.V.

Der Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken e.V. (Bankenverband) sichert die Guthaben jedes einzelnen Kunden bei privaten Banken bis zu einer Höhe von 30 Prozent des maßgeblich haftenden Eigenkapitals der jeweiligen Bank zum Zeitpunkt des letzten veröffentlichten Jahresabschlusses. Dieser Schutz umfasst Guthaben wie z.B. Tagesgeld– und Festgeldanlagen von Privatpersonen, Wirtschaftsunternehmen und öffentlichen Stellen. Für das laufende Jahr 2015 und die kommenden Jahre sind Absenkungen beschlossen worden: zum 01. Januar 2015 erfolgte eine Absenkung auf 20 Prozent, zum 01. Januar 2020 wird eine Absenkung auf 15 Prozent und zum 01. Januar 2025 eine weitere Absenkung auf 8,75 Prozent des maßgeblich haftenden Eigenkapitals stattfinden.

Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands (EdÖ)

Neben dem Einlagensicherungsfonds der privaten Banken besteht seit 1994 der freiwillige Einlagensicherungsfonds der öffentlichen Banken (EdÖ). Dieser schützt Anlagenvermögen der Kunden, bis zu einer Höhe von 100.000 Euro. Hierdurch werden alle Einlagen eines Kunden, wie z.B. auch Tagesgeld– oder Festgeldanlagen, unabhängig von der Anzahl der bei einer Bank unterhaltenen Konten und unter Einschluss eventueller Zinsansprüche des Kunden bis zu einer Höhe von 100.000 Euro geschützt.

Haftungsverbund der Sparkassen-Finanzgruppe

Der Haftungsverbund der Sparkassen-Finanzgruppe verfügt über ein eigenes Einlagensicherungssystem, was Kunden der Sparkassen in Deutschland über die gesetzlichen Vorgaben hinaus schützt. Der Haftungsverbund der Sparkassen-Finanzgruppe umfasst auch Tagesgeld– und Festgeldanlagen und schützt die Einlagen aller Kunden zu 100 Prozent, ohne eine Begrenzung des Anlagebetrags.

Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e. V. (BVR)

Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V. (BVR) verfügt ebenfalls über ein eigenes Einlagensicherungssystem. Die Sicherungseinrichtung des BVR schützt bei den ihr angeschlossenen genossenschaftlichen Banken die Einlagen, wie Tagesgeld oder Festgeldanlagen und Inhaberschuldverschreibungen, der Kunden stets zu 100 Prozent und ohne eine Begrenzung des Betrags.